Wir rekrutieren online mit #WIKdigital

Test einer neuen Möglichkeit der Bewerberakquise – stellt sie Jobplattformen, wie XING und Co., als auch konventionelle Jobmessen in den Schatten?

Inhalt

  1. Wo waren wir und wieso?
  2. Aufbau unseres digitalen Präsentationsraums
  3. Digitale Kontaktanbahnung mit Teilnehmern
  4. Vergleich: Konventionelle Jobmesse vs. #WIKdigital vs. Karriereportale
  5. Fazit

 

1. Wo waren wir und wieso?

Die IPlaCon GmbH nahm an folgenden online Jobforen der Wirtschafts- und Industriekontakte (WIK) teil:

 

  • vom 26.01.-29.01.2021 an der #WIKdigital2021
  • am Mittwoch, den 21.04.2021 an der #WIK-Leipzigdigital
  • am Mittwoch, den 05.05.2021 an der #ZWIKdigital
  • am Mittwoch, den 09.06.2021 an der #WIK-Leipzigdigital: Uni Edition.

 

Das neue Format unterschied sich von herkömmlichen Jobmessen. Es wurde online per Microsoft Teams veranstaltet. Diese digitale Alternative bot uns die Gelegenheit auch während der Corona-Pandemie unser Unternehmen akademischen Fachkräften zu präsentieren und den Kontakt zu interessanten Studierenden, Absolventen oder Young Professionals herzustellen.

 

2. Aufbau unseres digitalen Präsentationsraums

Alles begann jeweils einen Tag vor dem eigentlichen Online-Event mit einer Einführungsveranstaltung für die teilnehmenden Unternehmen. Dabei bekamen wir einen Einblick in die Funktionen von Microsoft Teams, sowie Best Practice Tipps der Veranstalter für einen optimalen Online-Jobforum-Auftritt. Jedes Unternehmen besitzt einen eigenen Kanal, in dem es seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Abbildung 1 - Digitaler Präsentationsraum - Unternehmens-Kanal in MS Teams

 

Neben Fakten zu IPlaCon selbst, haben wir dort vor allem auch einen Blick hinter die Kulissen unseres Arbeitsalltags gegeben. Diese Informationen erhält der normale Bewerber sonst in der Regel erst zum Bewerbungsgespräch. Bei einem Online-Jobforum reizt es viel mehr das Unternehmen auch von dieser Seite zu zeigen, da man diese gewisse Offenheit heutzutage durch Social Media gewohnt ist. Unterstützend dazu konnten wir verschiedene Videos teilen. Wir nahmen außerdem die Möglichkeit wahr, einen Vortrag zu halten. Der Vorteil im digitalen Jobforum: eine Aufnahme konnte im Anschluss im Unternehmens-Kanal eingebunden werden und war damit ganztägig abrufbar. Ebenfalls sehr praktisch: unsere eigene Jobwall ist bestplatziert im eigenen Kanal. Hier waren die Stellenanzeigen eingebunden, auf die sich die Bewerber direkt via WIKWAY.de bewerben konnten.

 

3. Digitale Kontaktanbahnung mit Teilnehmern

Sobald unser digitaler Workspace eingerichtet war, ging es für uns an die Suche geeigneter Bewerber. Wir durchkämmten die Teilnehmerliste nach Studiengängen, die zu unseren Stellenanzeigen passten und schrieben diese Personen im Teams Chat mit einer lockeren personalisierten Nachricht an. Erstaunlicherweise antwortete jeder Kandidat zeitnah. Ein Großteil war ebenso bereit mit uns in einen Videocall zu wechseln, um seine Fragen schneller loszuwerden und beantwortet zu bekommen. Anschließend verwiesen wir darauf, wie der Teilnehmer sich auf die entsprechenden Stellen bewerben konnte. Am einfachsten hatte er es natürlich, wenn er bereits über ein ausgefülltes Profil inklusive digitaler Bewerbungsmappe auf WIKWAY.de verfügte. In diesem Fall musste er nur noch auf „Jetzt bewerben“ klicken, um seine kompletten Bewerbungsunterlagen mit uns zu teilen. Einige übersandten uns auch die Bewerbung direkt während des (Video-) Chats.

 4. Vergleich: Konventionelle Jobmesse vs. #WIKdigital vs. Karriereportale

4.1. Verfügbarkeit

Hinsichtlich der Verfügbarkeit hat eine Jobplattform den Vorteil, dass sie permanent erreichbar ist. Jobmessen und digitale Jobforen finden in der Regel innerhalb eines bestimmten Zeitraums, wie z.B. einem Tag, statt. Bei der #WIKdigital haben Firmenvertreter sowie die Kandidaten auch noch einen Tag nach dem eigentlichen Event Zugriff auf das Jobforum in MS Teams. Kandidaten können also noch beruhigt im jeweiligen Unternehmenskanal auf die Jobwall gehen und sich dann über WIKWAY.de bewerben. Für Firmenvertreter bietet es die Möglichkeit am Eventtag pünktlich Feierabend zu machen und beispielsweise Bewerbungsunterlagen erst am nächsten Tag abzuspeichern und zu bearbeiten.

 

4.2. Sie vs. Du

Auf den Online-Jobevents ist es uns leichter gefallen Teilnehmer zu duzen, wohingegen wir bei konventionellen Messen oder Jobplattformen Kandidaten bevorzugt erst mit Sie angesprochen bzw. angeschrieben haben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass MS Teams bei diesem Event mehr, wie eine Social Media Plattform mit Video- und Chatfunktion erscheint. Das sorgt für eine aufgelockerte Atmosphäre bei Firmenvertretern, als auch bei den Teilnehmern.

 

4.3. Filtermöglichkeiten

Jobforen sind darauf optimiert möglichst genau die Personen herauszufiltern, die ich suche. Bei der #WIKdigital helfen die vorhandenen Angaben der Studenten zu deren Studiengang und Herkunft bereits enorm. Außerdem können sie im Status angeben wonach sie momentan auf der Suche sind. Im Vergleich dazu gibt es auf Messen keine so einfache Möglichkeit auf diese Daten zuzugreifen und die entsprechenden Personen zu finden.

 

4.4. Kontaktanbahnung mit Bewerbern

Wie bereits geschildert, besitzt man auf konventionellen Messen keinerlei Filtermöglichkeit. Aus diesem Grund ist man vor allem darauf angewiesen, dass Besucher sich zuerst für das Unternehmen interessieren und an den Stand kommen. Es sind also eher „Blind Dates“. Bei Online-Jobforen und Jobportalen hat man hingegen die Chance aktiv auf Teilnehmer zuzugehen, indem man sie konkret anschreibt. Das vereinfacht es uns als suchendes Unternehmen enorm den richtigen Kandidaten schnell zu finden. Auf der anderen Seite finden Interessenten beispielsweise durch verschiedene Beiträge oder Fachvorträge auf unseren Unternehmenskanal. Sie reagieren auf unsere Umfragen oder schreiben uns direkt im Chat.

 

4.5. Einbinden von Medien

Auf konventionellen Messen sind die Möglichkeiten eingeschränkt, was den Einsatz von Medien angeht. In der Regel stellt man Roll-Ups und Messewände auf. Mittlerweile werden diese rein statischen Module durch Videos oder digitale Demos per Laptop ergänzt. Jedoch nur in dem Umfang der gebuchten Messefläche. Sobald man in die digitale Welt eintritt, sind dem Einsatz von Medien keine Grenzen gesetzt. Videos lassen sich beispielsweise ohne Probleme mit Interessenten teilen. Fotos können jederzeit hochgeladen, kommentiert und aktualisiert werden. Kreativität und Flexibilität sind unbegrenzt.

 

4.6. Bewerbungsunterlagen / Bewerber-Check

Wie bei Bewerbungen üblich, findet eine Auswertung der Unterlagen bei Jobportalen erst nach einem gewissen Zeitraum statt. Auf Messen vor Ort haben Besucher die Chance Bewerbungsunterlagen mitzubringen, auch wenn dies eher selten der Fall ist. Dennoch bestünde die Möglichkeit, dass sich Personaler diese direkt anschauen und Feedback geben. Bei Online-Jobforen ist es ähnlich. Hier kann das Ganze digital stattfinden, falls der Bewerber entsprechende Unterlagen vorbereitet hat. Der Break ist jedoch wesentlich kleiner und Unterlagen gehen schneller ein als nach den physischen vor-Ort-Events.

 

4.7. Informationen zum Unternehmen

Online-Jobforen und konventionelle Messen sind, was Informationen zu Unternehmen angeht, nahezu gleich. Da man in lockeren direkten Kontakt mit Personalern oder anderen Vertretern des Unternehmens tritt, besteht für Bewerber die Möglichkeit einen tieferen Einblick in die betrieblichen Abläufe zu erlangen und vor allem herauszufinden, wie die Firma und ihre Mitarbeiter ticken. Auf Jobportalen hingegen wird der Interessent keine weiteren Hintergrundinformationen zum Unternehmen finden und es mangelt an Interaktionsmöglichkeiten. Selbst im Bewerbungsgespräch können die Themen nicht so unverbindlich wie auf einer Messe besprochen werden.

 

4.8. Angebot an Unternehmen für Bewerber

Alle vorgestellten Recruiting-Varianten sind in ihrer Teilnehmeranzahl begrenzt. Am stärksten ist man bei konventionellen Messen, aufgrund von Kapazitäts- und Platzgründen, beschränkt. Online-Jobforen haben dieses Problem weniger, da sie digital stattfinden und damit stark skalierbar sind. Die vorerst geringsten Grenzen sehen wir bei Jobplattformen, da bereits eine einmalige Registrierung ausreicht, um dauerhaft für Bewerber erreichbar zu sein.

 

4.9. Neue Unternehmen

Je nachdem worauf der Fokus der entsprechenden Messe liegt, wird es Besuchern möglich sein auch Unternehmen aus der Region kennenzulernen, die ihnen vorher noch nicht bekannt waren. Diese Chance sehen wir bei konventionellen und digitalen Messen noch eher gegeben als auf Jobplattformen.

5.   Fazit

Online-Jobforen der #WIKdigital werden andere Formen zur Akquise von Bewerbern nicht verdrängen oder ersetzen. Allerdings schließen sie eine Lücke in unserer zunehmend digitalen Welt und stellen damit eine wertvolle Ergänzung zu bisher vorhandenen Möglichkeiten dar. Vor allem sehen wir enormes Potential in Bezug auf die Lockerheit und Aufgeschlossenheit der Unternehmen, die an diesen Onlineveranstaltungen teilnehmen. Bewerber können uns hier nochmal von einer anderen Seite kennenlernen, was unserer Meinung nach einen enormen Mehrwert bietet. Außerdem locken Onlineevents auch andere Zielgruppen und Bewerber an als klassische Messen und wir erweitern dadurch unsere Reichweite und unseren Bekanntheitsgrad. Sobald sich diese Erkenntnis weiterverbreitet, sind wir uns sicher, dass Online-Jobforen, wie die #WIKdigital noch mehr Zulauf von Teilnehmern erfahren wird.